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Aus dem Regionalplan Bezirksregierung Düsseldorf,

Fachbeitrag des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Der Auszug erläutert:  die Natur hier bei Kevelaer ist als Biotopverbund landesbedeutsam!

Der Biotopverbund ist die Lebensader der Natur: entlang von Issumer Fleuth und NiersDer Biotopverbund ist die Lebensader der Natur: entlang von Issumer Fleuth und Niers

 

„Sachdokumente des Biotopverbundes mit herausragender und besonderer Bedeutung, Anhang 2“, von 2015:

OBJEKTBEZEICHNUNG

Issumer Fleuth-Aue mit Altarmschlingen

BEDEUTUNG FÜR DEN BIOTOPVERBUND

herausragende Bedeutung

OBJEKTBESCHREIBUNG

Zwischen Geldern-Kapellen und Winnekendonk wird die Niersniederung mit ihrer typischen niederrheinischen Donkenlandschaft durch die Issumer Fleuth sowie mehrere Altarmschlingen (u.a. mit den Naturschutzgebieten "Hoenselaersche Bruch" und "Streußelbruch") geprägt. Die Fleuth ist ein gewunden bis mäandrierend fließender Niederungsfluss mit überwiegend als Weidegrünland genutzter, ca. 200 m breiter Aue. Die Niederung mit vorherrschenden Niedermoorböden wird teilweise gut durch Kleingehölze strukturiert, weist häufig gut ausgeprägte, 2 m hohe Hangkanten auf und ist u.a. bei Winnekendonk (NSG Fleuthbenden), im Bereich der Altarme und westlich von Kapellen sehr feucht mit zahlreichen auentypischen Elementen wie Altarmen, Röhrichten, Bruch- und Auenwaldresten, Feuchtwiesen und Flutrasen.

Größere, meist von Eiche oder Erle dominierte Waldflächen gibt es nur im Bereich der Altarmschlingen und der hieran angrenzenden Donkenbereiche. Abschnittsweise sind Beeinträchtigungen durch die zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit einer Zunahme der Ackernutzung und Umwandlung von Weidegrünland in Grasäcker zu beobachten.

Besonders wertvolle Bereiche wie die Fleuthbenden und vermoorte Bereiche in den Altarmschlingen weisen zahlreiche geschützte Biotope auf und wurden ebenso wie die Flusslauf der Fleuth als Naturschutzgebiete gesichert. Das Gebiet ist landesweit bedeutsam als Teil des Fleuth-Kendel-Niederungskorridors. Die Issumer Fleuth, reich an Unterwasservegetation, beherbergt u.a. den Steinbeißer und den Bitterling. Die reich gegliederte Kulturlandschaft entlang der Issumer Fleuth bietet Tierarten wie dem Steinkauz wertvolle Lebensräume. Das Gebiet stellt die Verbindung zwischen den NSG-würdigen Bereichen der Niersaue und dem NSG Fleuthkuhlen her.

Bemerkenswerte Pflanzenarten: Steife Segge (Carex elata), Ufer-Segge (Carex riparia), Blasen-Segge (Carex vesicaria), Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca), Königsfarn (Osmunda regalis), Durchwachsenes Laichkraut (Potamogeton perfoliatus), Teichlinse (Spirodela polyrhiza), Breitblättriger Merk (Sium latifolium), Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum).

Bemerkenswerte Tierarten: Eisvogel, Nachtigall, Steinkauz, Steinbeißer, Bitterling.

Geschützte Biotoptypen nach §62 LG: Auwälder, Bruchwälder, naturnahe Stillgewässer, Röhrichte, Sümpfe und Riede, seggen- und binsenreiches Nass- und Feuchtgrünland.

SCHUTZZIEL

Erhaltung der grünlandgeprägten, reich gegliederten Issumer Fleuthaue mit Altarmen, naturnahen stehenden Kleingewässern, Bruchwald, Auwaldresten, Feuchtgrünland und Röhrichten als Lebensraum für zahlreiche, teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten und als wertvolles Vernetzungselement zwischen den Fleuthkuhlen und der Niersaue

ENTWICKLUNGSZIEL

Optimierung des Biotopkomplexes durch Wiederherstellung eines möglichst naturnahen Zustandes der Fleuth und aller Stillgewässer, durch Förderung extensiv genutzter (Feucht-) Grünlandbereiche durch Wiedervernässung, Extensivierung der Grünlandnutzung und Umwandlung von Ackerflächen in Grünland sowie durch Anreicherung mit strukturierenden Landschaftselementen wie Hecken und (Kopf-) Baumreihen

 

OBJEKTBEZEICHNUNG

Niersaue zwischen Kevelaer-Wetten und Goch

BEDEUTUNG FÜR DEN BIOTOPVERBUND

herausragende Bedeutung

OBJEKTBESCHREIBUNG

Zwischen Wetten und Goch fließt die Niers in gewundenem bis mäandrierendem Lauf über ca. 25 km Länge in ihrer meist 200 - 300 m breiten, weitgehend als Grünland genutzten Niederung. Mehrere Altarme mit Verlandungsvegetation, Röhrichtbestände, kleine naturnahe Teiche, Nass- und Feuchtgrünland, kleine Auwaldreste und ein größerer Erlenbruchwald östlich von Wissen stellen besonders wertvolle Lebensräume in der Niersaue dar. Größere Laubwaldbereiche mit vorherrschender Eiche finden sich v.a. im Norden des Gebiets am Prallhang der Sanderterrasse. Als gliedernde Landschaftselemente kommen im Gebiet verbreitet Hecken, (Kopf-)Baumreihen und verbreitet Ufer-Gehölzsäume entlang der Niers vor. Beeinträchtigungen gehen von der zunehmenden Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit einer Zunahme der Ackernutzung und Umwandlung von Weidegrünland in Grasäcker aus.

Besonders wertvolle Bereiche wie einzelne Niersaltarme bei Goch und bei Weeze sowie Niersseitenarme und Niersmoräste bei Hüdderath weisen zahlreiche geschützte Biotope auf und wurden als Naturschutzgebiete gesichert.

Das Gebiet ist landesweit bedeutsam als Teil des Niersauenkorridors.

Die Niersniederung dient als Rast- und Überwinterungsplatz für Wasservögel, reich gegliederte Kulturlandschaftsausschnitte bieten Tierarten wie dem Steinkauz wertvolle Lebensräume.

Bemerkenswerte Pflanzenarten: Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca), Teichlinse (Spirodela polyrhiza).

Bemerkenswerte Tierart: Teichrohrsänger.

Geschützte Biotoptypen nach §62 LG: Auwälder, Bruchwälder, naturnahe Stillgewässer, naturnahe Fließgewässer, Röhrichte, seggen- und binsenreiches Nass- und Feuchtgrünland.

SCHUTZZIEL

Erhaltung der grünlandgeprägten, zumeist reich gegliederten Niersaue mit Altarmen, stehenden Kleingewässern, Bruchwald, Auwaldresten, Feuchtgrünland und Röhrichten u.a. als Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz für Wiesen- und Wasservögel und als Lebensraum für zahlreiche weitere, teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten

ENTWICKLUNGSZIEL

Optimierung des Biotopkomplexes durch Wiederherstellung eines möglichst naturnahen Zustandes der Niers und aller Stillgewässer sowie Förderung extensiv genutzter (Feucht-) Grünlandbereiche durch Wiedervernässung, Extensivierung der Grünlandnutzung und Umwandlung von Ackerflächen in Grünland

 

OBJEKTBEZEICHNUNG

Bewaldete Donken an der Issumer Fleuth zwischen Winnekendonk und Issum

BEDEUTUNG FÜR DEN BIOTOPVERBUND

herausragende Bedeutung

OBJEKTBESCHREIBUNG

In direktem Kontakt zur Issumer Fleuthaue, teils komplett von dieser umschlossen, befinden sich zwischen Winnekendonk und Issum mehrere meist komplett bewaldete Donkenbereiche, im Bereich der Hoenselaerschen Heide sind auch Binnendünen zu erkennen. Auf nährstoffarmen Niederterrassensanden herrschen ältere Kiefernforste und teils naturnahe (Birken-) Eichenwälder vor, hinzu kommen stellenweise Fichtenforste, kleinflächig auch Erlen-, Buchen-, Birken-, Pappel- und Lärchenbestände, im Bereich des Finkenhorsts auch einige Ackerschläge. An mehreren Stellen finden sich kulturhistorisch wertvolle Reste ehemaliger Landwehren.

In Randbereichen des Alt-Wettenschen Buschs und der Hoenselaerschen Heide fallen Erlen- und Birken-Bruchwaldrelikte auf, die sich durch Vorkommen u.a. des Königsfarns auszeichnen. Am Südrand der Hoenselaerschen Heide gibt es zudem einen kleinen naturnahen Tümpel (ehemaliger Heideweiher?) und brachgefallenes Magergrünland mit Heiderelikten. Die Eichenwälder weisen vielfach starkes Baumholz auf, von besonderem Wert u.a. für Höhlenbrüter sind auch die teilweise vorhandenen Alt- und Totholzanteile in den Kiefernforsten. Die geschlossenen Waldbereiche am Rand der Fleuthaue stellen in der waldarmen Niederungslandschaft wertvolle Trittsteinelemente u.a. für Höhlenbrüter und Fledermäuse dar.

Bemerkenswerte Pflanzenarten: Frühe Haferschmiele (Aira praecox), Entferntährige Segge (Carex elongata), Ufer-Segge

(Carex riparia), Königsfarn (Osmunda regalis).

Bemerkenswerte Tierarten: Schwarzspecht, Nachtigall.

Geschützte Biotoptypen nach §62 LG: Bruchwälder, naturnahe Stillgewässer.

SCHUTZZIEL

Erhaltung der strukturreichen und teilweise naturnahen bewaldeten Donkenbereiche im Bereich der Issumer Fleuth als wertvolle Trittsteinelemente für zahlreiche, teilweise gefährdete Pflanzen- und Tierarten

ENTWICKLUNGSZIEL

Förderung mehrschichtiger bzw. ungleichaltriger Gehölzbestände aus bodenständigen Arten mit hohem Alt- und Totholzanteil sowie mittel- bis langfristiger Umbau der verbliebenen Nadelholzforste durch Voranbau mit standortgerechtem Laubholz sowie Förderung von Laubholz-Naturverjüngung

 

BEDEUTUNG FÜR DEN BIOTOPVERBUND

besondere Bedeutung

OBJEKTBEZEICHNUNG

Niederung des Bachlaufs "Water Forth"

OBJEKTBESCHREIBUNG

Der Bachlauf "Water Forth" durchfließt eine Altarmrinne der Issumer Fleuth zwischen Winnekendonk und Kapellen. Das begradigte, 2-3 m breite, in weiten Bögen fließende Gewässer wird über etwa 4 km Länge zumeist von gut strukturierten Grünlandflächen (meist Viehweiden, im Osten Intensiv-Wiesen, selten Acker) gesäumt, im Westen erstreckt sich ein älterer, relativ naturnaher Stieleichenbestand entlang des Bachs. Kleinere Laubwäldchen, (Kopf-) Baumreihen und Erlen- Ufergehölze gliedern die schmale Bachniederung.

Von besonderem Wert sind den Bachlauf abschnittsweise begleitende Röhrichtsäume sowie an wenigen Stellen kleine Flutrasen. Das Gebiet stellt in einer oftmals strukturarmen Landschaft insbesondere für Arten der Fließgewässer sowie weiterer auentypischer Biotope einen bedeutsamen Lebensraum und Vernetzungsbiotop im Bereich der naturschutzwürdigen Issumer Fleuthaue dar.

Bemerkenswerte Tierarten: Nachtigall, Turteltaube.

SCHUTZZIEL

Erhaltung eines Fließgewässers mit begleitenden naturnahen Lebensräumen wie Flutrasen-Fragmenten, Röhrichten, strukturreichem Grünland und älterem Eichenwald als Vernetzungsbiotop und als Lebensraum und für zahlreiche, teilweise gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Randlich sind auch Ackerflächen miteinbezogen, die die kulturhistorische Donken-Kendel-Beziehung darstellen. In diesem Bereich finden sich auf den Lössäcker der Aldekerker Platte Feldlerche und Rebhuhn.

ENTWICKLUNGSZIEL

Optimierung des Fließgewässers sowie angrenzender auentypischer Lebensräume durch Extensivierung der Gewässerunterhaltung, naturnahe Bewirtschaftung der Wälder und Gehölzbestände, Förderung extensiv genutzter, reich gegliederter (Feucht-) Grünlandbereiche durch Wiedervernässung, Extensivierung der Grünlandnutzung und Umwandlung von Ackerflächen in der Bachaue

Hier die vollständigen Dokumente zum Download als PDF, sie enthalten eine detaiierte Beschreibung ALLER für den Biotopverbund wichtigen Biotope und Landschaftselemente,

mit genauer Bezeichnung und den jeweiligen Schutz- und Entwicklungszielen:

„Sachdokumente des Biotopverbundes mit herausragender Bedeutung, Anhang 2“, von 2015

„Sachdokumente des Biotopverbundes mit besonderer Bedeutung, Anhang 2“, von 2015

 

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